"Tönendes Blech, das ist sein Metier"

Einer der letzten seiner Zunft:
 Detlev Schulte ist Blechblasinstrumentenbauer

Wenn eine Tuba oder ein Waldhorn zur "Inspektion" muss, dann ist Fachwissen gefragt: Detlev Schulte ist einer der wenigen Blechblasinstrumentenbauer in Osnabrück. Sein Handwerk ist eine Mischung aus grober Metall -bearbeitung und einfühlsamem Kunsthandwerk. Tönendes Blech, das ist sein Metier.

Seit 65 Jahren (1950-2015) besteht heute
die Werkstatt - schon der Vater Artur Schulte machte sich Anfang April 1950 an der Martinistraße selbständig. "Mein Vater war Militärmusiker", so berichtet der Sohn, "er spielte nach dem Krieg in fast allen Blaskapellen und war eine Institution in der Musikerszene." Und vom Vater hat auch der Sohn das Handwerk gelernt, später dann sich als Meister selbstständig gemacht.

Vor einigen Jahren verlegte Detlev Schulte die Firma an die Meller Sraße.
Dort sitzt er im Hinterzimmer auf seinem Drehhocker an der Werkbank, rings um sich Schraubstock, Lötflamme und Poliermaschine, an der Wand fein säuberlich aufgereiht die verschiedenen Hämmerchen, Zangen und Feilen.

Geduldig schmirgelt der Meister an einem Tenorhorn: "Instrumente müssen gepflegt werden", sagt er, "Handschweiß greift das Messing an - und wenn ein Mal ein Missgeschick passiert, müssen wir auch eine Beule ausbügeln."

 

Detlev Schulte hat den Beruf des Blasinstrumentenbauers von der Pike auf gelernt: Das Anfertigen des Schallstücks, der Züge und der in seiner Zunft "Maschine" genannten Ventilkombination.
"Als Geselle musste ich diese Teile zusammenfügen und das Instrument stimmen", so berichtet er, "ein Meister baut schon mal das ganze Instrument."
Aber eine solche Maßanfertigung wird heute kaum noch verlangt - industriell gefertigte Importe aus Asien sind billiger und die Branche leidet ohnehin unter dem hohen Konkurrenzdruck. So hat sich auch Detlev Schulte aufs Reparieren und den Handel mit Instrumenten verlegt.

"Es ist nicht alles Trübsal was wir blasen."

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